Was wäre, wenn wir beim Betrachten dieser Skulptur nicht nur über Donald Trump nachdenken würden – sondern auch über uns selbst?
Jens Galschiøt erhebt mit „The Orange Plague“ öffentlich seine Stimme. Er kritisiert Trump und dessen Politik. Zugleich macht er auf die Angst vor Konsequenzen aufmerksam, die Menschen und Institutionen davon abhalten kann, offen zu widersprechen.
Galschiøt widerspricht. Und er lädt uns ein, uns mit seiner Aussage auseinanderzusetzen und eigene Antworten auf die Fragen zu finden, die sein Werk aufwirft. Doch was geschieht, wenn wir diese Einladung annehmen?
Vielleicht verändert sich zunächst nichts an der Welt um uns herum. Politische Entscheidungen werden weiterhin anderswo getroffen, die Nachrichten bleiben beunruhigend. Aber möglicherweise verändert sich, wie wir uns selbst darin sehen.
Wenn wir uns fragen, wo wir in der dargestellten Szene stehen würden, denken wir nicht mehr nur über die Mächtigen nach. Sondern auch über jene, die zuschauen, schweigen, widersprechen oder einander unterstützen. Und darüber, was wir selbst tun könnten.
In einem Alltag voller Nachrichten und Anforderungen bleibt für solche Gedanken oft wenig Raum. Dabei kann es einen Unterschied machen, ob wir uns vom Geschehen überwältigt fühlen oder kurz innehalten und überlegen, wo wir selbst etwas beitragen können. Vielleicht entsteht daraus ein Gespräch und wir finden Worte für etwas, das uns schon lange beschäftigt. Oder wir merken, dass andere Menschen ähnliche Fragen stellen.
Galschiøt hat mit seiner Skulptur seine Stimme erhoben. Was daraus entsteht, entscheiden auch wir, denn jedes Gespräch, das sein Werk auslöst, trägt seine Fragen weiter.
Wir müssen nicht alles verändern können, um dort etwas zu bewegen, wo wir selbst stehen.
Mein herzlicher Dank gilt Jens Galschiøt, Lasse und dem Team von Gallery Galschiøt für die freundliche Unterstützung und die großzügige Bereitstellung des Bildmaterials.
Jens Galschiøt,
The Orange Plague, 2025,
Präsentiert im Oktober 2026 im Europäischen Parlament in Straßburg.
Bildmaterial: GalleryGalschiot
www.galschiot.com
Kunst weiterdenken
In meinen Resonanzräumen verbinde ich Kunstgeschichte mit psychologischen und gesellschaftlichen Fragen. Mich interessiert dabei nicht nur, was wir über ein Kunstwerk und seine Zeit erfahren können – sondern auch, was geschieht, wenn wir unsere eigenen Erfahrungen und Fragen mit in die Betrachtung bringen.
Vielleicht beginnt genau dort eine Begegnung mit Kunst, die über das reine Betrachten hinausgeht.
Was kann entstehen, wenn aus der Begegnung mit Kunst ein Weg wird?
Ein Weg, auf dem Kunst, Kultur und Geschichte nicht nur neue Perspektiven auf die Welt eröffnen – sondern auch auf dein eigenes Leben.